Das Who is Who der NFL – Episode 1: Die AFC East

Wie angekündigt nun also eine kurze Übersicht über die Teams der NFL. Das sind insgesamt 32 Stück und damit natürlich viel zu viele, um sie in einen Blogartikel rein zu werfen. Ich will aber nun versuchen, immer eine sogenannte „Divisions“ für euch zu durchleuchten. Starten will ich dabei im Osten mit der AFC East. Den Start mache ich gleich mal beim Liga-Primus. Den New England Patriots

Teamname: New England Patriots
Farben: (Blau, Rot, Silber)
Stadt: Foxborough bei Boston, Massachusetts
Spielort: Gilette Stadium (68.756 Plätze)
Erfolge: 5 maliger Superbowlsieger (2001, 2003, 2004, 2014, 2016), 9-Maliger Conference-Sieger (1985, 1996, 2001, 2003, 2004, 2007, 2011, 2014, 2016), 19-Maliger Division-Sieger.

Die Liste der Erfolge spricht wohl für sich. Die sogenannten „Pats“ sind das Non-Plus-Ultra im American Football. Wie in vorherigen Blogeinträgen erwähnt, ist es im Football ja ganz normal, dass einer Meisterschaftszeit meist eine saure-Gurken-Zeit folgt. Es gibt aber Ausnahmen, manche sind konstant gut. Zu diesen gehören die Patriots, die seit fast 20 Jahren konstant um die Meisterschaft mitspielen. Sie sind im Grunde so etwas wie Bayern München, vom Erfolgslevel. Eine sichere Bank. Wenn man die Chancen auf eine Niederlage seines Teams so gering wie möglich halten will, dann sind die Pats ganz sicher dein Team. Kleines Beispiel gefällig? Sie haben seit 2001 ihre Division nur zweimal nicht gewonnen. Und zwar 2002 und 2008. Der Divisionsieg bedeutet die sichere Qualifikation für die Playoffs – in der AFC East sicher mit das uninteressanteste überhaupt. Da gibt es eben nur dieses eine team.

By Cards Day

Damit dass auch dieses Jahr wieder so wird, haben Sie ihr Championsteam größtenteils behalten. Vor allem den Quaterback. Tom Brady. Er ist der Beste seiner Zunft. Viele betiteln ihn sogar als den größten aller Zeiten „von den Amis Goat“ bezeichnet, sogar größer als der großartige Joe Montana. Und obwohl Brady inzwischen 5 Superbowlringe hat und damit so viele wie nie ein Quarterback zuvor, ist er nicht müde, trotz seiner inzwischen 40 Jahren Lebensalter noch einen sechsten hinzuzufügen. Trotz der Bedenken seiner Ehefrau, dem weltberühmten Topmodel Giselle Bündchen. Er ist ein akribischer Arbeiter, er ist ein Meister des Kurzpasses. Und einfach ein Mensch ohne Nerven. Das zeigte er zuletzt im Superbowl gegen meine Atlanta Falcons, als er im letzten Quarter einen 3-28 Rückstand aufholte und durch den Sieg in der Overtime den Schreiber dieser Zeilen in einen Alesia-ähnlichen Zustand befördert hat. Zum Glück hat es einen Superbowl 51 nie gegeben…

Natürlich kann ein Quarterback spiele auch nicht alleine gewinnen. Doch an seiner Seite ist auch der beste Trainer der Liga. Bill Belichick gilt als Mastermind an der Trainerlinie. Er mag stets etwas grimmig gucken und seine flammende Verehrung und Unterstützung von Donald Trump während des Wahlkampfs mögen ihn jetzt auf den ersten Blick nicht sehr nett erscheinen lassen, aber auf der anderen Seite sind die meisten Teambesitzer flammende Verehrer der Partei der Republikaner und trotz des grimmigen Looks kann man nicht verkennen, dass er ein Trainergenie ist.

Gronkowski

Und das ist immer noch nicht alles. Sie haben ebenfalls den besten Tight End der Liga. Ein echter Superstar, auch in den Medien und bei der Damenwelt wohlbekannt. Rob Gronkowski. Ein riese vor dem Herren, Fangsicher und kaum vom Ball zu trennen. Und als wäre das nicht genug, haben sie auch noch einen perfekten Wide Receiver. Julian Edelmann. In diesem Fall fällt dieser allerdings aus, da er sich in einem Vorbereitungsspiel das Kreuzband gerissen hat. Leichte Hoffnung also bei all denjenigen, die hoffen, dass die Patriots nicht schon wieder gewinnen. Bisher hatten sie nur den sogenannten „Madden-Fluch.“ Tom Brady ist nämlich dieses Jahr auf dem Cover des PC-spiels Madden 2017. Und zu 90 % erleiden die Coverboys dieses Spiels in der gleichen Saison noch eine schwere Verletzung, geraten in ein riesiges Formtief oder werden verhaftet, weil sie ihre Kinder verprügelt haben. Man sieht, man muss sich schon an sehr fragile Hoffnungen klammern, damit die Patriots endlich einmal nicht ihren Erwartungen entsprechen. Vielleicht wird es Bradys letzte Saison. Wer weiß, wie es danach wird.

Teamname: Buffalo Bills
Farben: Königsblau, Rot
Stadt: Orchard Park Buffalo, New York
Spielort: New Era Field, 71.608 Plätze
Erfolge: Vierfacher Conference-Sieger (1990, 1991, 1992 und 1993), 10-Facher division-Sieger (1964, 1965, 1966, 1980, 1988, 1990, 1991, 1993, 1995)

Die Bills sind wohl das genaue Gegenstück zu den Pats. Sie sind im Grunde so etwas wie… Bayer Leverkusen. Ihr bester Spieler aller Zeiten ist ausgerechnet O.J. Simpson, bekannt aus den nackte Kanone-Filmen und als zweifacher Mörder. Seit 2000 haben sie die Play-Offs nur vom Fernseher aus betrachten dürfen. Und ihre größten Zeiten sind auch gleichzeitig die Zeiten der größten Tragödie. Denn rund um Quaterback Jim Kelly erreichten sie in vier Jahren in Folge den Superbowl (1990 bis 1993) und verloren sie alle vier.

Auch in diesem Jahr wird man von den Bills keine Wunderdinge erwarten können. Tyrod Taylor ist als Quarterback eine ähnlich graue Maus wie die Bills selbst. Mit Runningback LeSean McCoy haben sie einen ausgesprochen Talentierten Runner auf dem Feld. Den brauchen sie auch, denn ihren zweiten Mann haben sie jüngst gefeuert. Reggie Bush. Der Runningback ist ein Mann, der von seiner Reputation her auch wieder wunderbar zu den Bills passte. Der Läufer hat unteranderem die Trophäe der Heisman-Trophy für ausgesprochen gute Leistungen im College-Football wegen Bestechungsvorwürfen zurückgeben. Und im letzten Jahr war Bush so formschwach, dass er einen sehr zweifelhaften NFL-Rekord aufstellte. -3 Yards Raumgewinn Saisonübergreifend. Der erste Spieler in der NFL-Historie, der einen Raumverlust erlief. Die Bills haben schon von Tradition her eine gute Abwehr. Aber vermutlich wird sie das auch in dieser Saison nicht retten.

Bills vs. Dolphins

Teamname: Miami Dolphins
Farben: Aquatürkis, Weiß,
Stadt: Miami Gardens, Miami, Florida
Spielort: Hard Rock Stadium (65.326 Plätze)
Erfolge: 2-maliger Superbowlsieger (1972, 1973), 5-Facher Converence-Sieger (1971, 1972, 1973, 1982, 1984), 13-maliger Division-Sieger

Ein schöner Kontrast, vom meist unterkühlten, grauen und kalten Buffalo in den Sunshine-State zu wechseln. Die Dolphins sind wohl weltweit einer der bekanntesten Teams, gerade ihres Logos des Delphins vor einer strahlenden Sonne ist seit jeher gern gesehenes Logo für die Sportmodebranche. Und „The Fins“ sind tatsächlich durchaus traditionsbehaftet. Noch heute schwärmen sie von einem der größten Quaterbacks aller Zeiten. Dan Marino. Er hielt lange die Rekorde für meist geworfene Yards, vollständige Pässe, Touchdownpässe, Passversuche oder die meist geworfenen Yards in einer Saison. Sie haben Dan Marino in Miami eine Statue gebaut. Marino hat alles erreicht… bis auf einen Superbowl-Ring. Womit auch geklärt ist, seit wann die Dolphins auf einen Erfolg warten.

Ich prognostiziere… das wird auch in diesem Jahr nichts. Ihr derzeit regulärer „Marino-nachfolger“ ist Ryan Tannehill. Letztes Jahr führte er das Team tatsächlich in die Playoffs, er verletzte sich aber vorher und so war schon im ersten Spiel wieder Schluss für die Dolphins. Es war erst die dritte Playoff-Teilnahme seit 2001. In dieser Saison hat sich Ryan Tannehill bereits vor Saisonstart das Kreuzband gerissen und so entschieden sich die Dolphins für einen Panik-kauf auf der wichtigsten Position des Teams. Sie verpflichteten den bereits in den Ruhestand emeritierten Jay Cutler. Der spielte zuvor in Chicago und wird bei den Bears-Fans ob seiner unfassbar hohen Fehlerquote wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die Bearsfans wären Cutler gerne schon viel früher los geworden und sein Ruhestand wird vereinzelt wahrscheinlich Jubelarien verursacht haben. Um mal einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, wie schlecht Jay Cutler war, schaue man sich nur diese Seite an… http://sportige.com/best-memes-of-jay-cutler-the-chicago-bears-embarrassed-by-the-new-orleans-saints-12-16-2014/

Und nun spielt er also in Miami. Es werden in Miami andere sein müssen, die die Kohlen aus dem Feuer holen. Zum einen sicher Jay Ajayi – der noch recht junge Running Back erlief die viertmeisten Yards der ganzen Liga im vergangenen Jahr. Zudem haben sie mit Kenny Stills und vor allem Jarvis Landry zwei ziemlich gute Wide Receiver. Jarvis Landry hat in den letzten beiden Saisons über 1100 Yards erlaufen und insgesamt 8 Touchdowns erzielt. Für so ein Team absolut überlebenswichtig. Dennoch, solange dort Jay Cutler der Quarterback ist, würde ich auf nicht zu viele Siege in dieser Saison hoffen.

Jay Cutler

Teamname: New York Jets
Farben: Grün, Weiß
Stadt: East Rutherford, New York
Spielort: MetLife Stadium (82.500 Plätze)
Erfolge: 1 x Superbowlsieger (1969) Vierfacher Divisionsieger (1968, 1969, 1998, 2002)

Wenn wir von „nicht allzu viele Siege sprechen“, kommen wir da sehr schnell zur „Gang Green.“ Sie sind das Team um die frühere Legende „Joe Namath.“ Der vermutlich einzige Quaterback der NFL-Geschichte, der nach seiner Karriere als Schauspieler fast einen Golden Globe gewonnen hätte. Auch wenn ich „Norwood“ nicht kenne, vermute ich mal, dass man gegen einen James Earl Jones da auch ruhig mal den Kürzeren ziehen kann. Und da sind wir auch wieder zurück bei den Jets, die ziehen nämlich seit vielen Jahren kontinuierlich den kürzeren. Namaths Superbowl-Erfolg ist inzwischen fast 50 Jahre her und seitdem haben die Jats nicht mehr allzu viel auf die Kette gebracht. Gute Zeiten hatten Sie tatsächlich nochmal um den Jahrtausendwechsel. Dann verloren sie aber ihren Headcoach an die Patriots… genau eben jenen Bill Belichick. Und seitdem geht es kontinuierlich bergab. Letzte Playoff-Teilnahme war im Jahr 2010. In der letzten Saison konnten sie von 16 Partien nur 11 gewinnen. Und nun… haben sie so ziemlich jeden gefeuert, der wenigstens noch für diese 5 Siege beigetragen hat.

Die Jets sind dieses Jahr unfassbar schlecht. Experten sind sich einig, die Jets gewinnen in dieser Saison vermutlich kein einziges Spiel. Ihr Quarterback ist der bereits 38-Jährige Josh McCown, welcher auf Grund seines Talentes nicht einmal bei den Browns zum Starter taugte. Backup ist Christian Hackenberg. Der wäre froh gewesen, überhaupt jemals ein NFL-Spiel bestritten zu haben. Der einzig gebliebene etwas bekanntere Spieler ist Matt Forte. Ein Veteran, der bei den Jets nun in die zweite Saison geht… und seit 2013 Jahr für Jahr etwas schlechter geworden ist. Tight End Will Tye könnte man vielleicht noch positiv heraus heben, allerdings ist er frisch vom Rivalen von den Ney York Giants gewechselt. Er wird vermutlich die Kohlen auch nicht aus dem Feuer holen können. Das ganze Team ist schrecklich unerfahren. Man muss sich da schon fragen „warum das Ganze?“ Die Jets hätten bessere Spieler sicher bezahlen können. Aber man munkelt, dass man bewusst eine art Sabbat-Jahr einlegen will. Denn wer am Ende der Saison am wenigsten Siege hat, darf im Draft als erster ran. Und für diesen Draft kündigt sich wohl in Sachen Quarterbacks ein Jahrhundertjahrgang an. Offensichtlich wollen die Jets einen bestimmten Mann. Sam Darnold. Dafür scheinen sie bereit zu sein, ein ganzes Jahr zu Opfern.

Aber die Jets wären nicht die Jets, wenn sie nicht sogar dazu zu schlecht wären. Eine ähnliche Situation gab es bei den Jets schon einmal. Die hatten so lange gegen ihren Coach gespielt, dass es zu einer ähnlich blamablen Niederlagenserie kam. Zum Ende der Saison, als alles verloren war, wurde dieser endlich gefeuert. Man gab dem Team an, nun bitte dann aber weiter laue Leber zu spielen, um wenigstens im Draft gut dabei zu sein. Die Spieler aber schienen so wenig Lust auf Identifikation mit ihrem Club zu haben, dass sie danach anfingen, absichtlich Spiele zu gewinnen. Entsprechend wurde die Saison so lala abgeschlossen… genau wie auch der Draft. Und den folgesaisons. Ja, man hat es nicht einfach als Fan der New York Jets. Weitere Beispiele gibt es viele. Zum Beispiel der Draft eines gewissen Gino Smith. Oder der sogenannte „Butt Fumble“, der quasi die Karriere eines ähnlich mindertalentierten Quarterbacks beendete – Mark Sanches. Einfach mal Butt Fumble googeln. ^^ Aber immerhin. Sie haben ein echt schönes Stadion. Wenngleich das eigentlich den Giants gehört…

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