Nach Spieltag 10 – NFL Saisonprognose Teil 2 (AFC East)

Und schon geht es weiter mit meiner NFL – Prognose. Wir bewegen uns innerhalb der AFC im Uhrzeigersinn weiter und kommen so in die bei den meisten Lesern äußerst beliebten AFC East.

Beliebt, weil es eben die Liga des Primus ist, des amtierenden Meisters, dem ultimativen Club für viele meiner Leser und mein absolutes Hassobjekt. Aber ich versuche ich mich Neutralität. ^^ Denn auch in dieser Saison sind sie in vielerlei Hinsicht das Beste, was die NFL zu bieten hat. Die Rede ist natürlich von den New England Patriots. Diese stehen aktuell auch erwartungsgemäß wieder an der Spitze der AFC East, brillieren mit einem gemütlichen Konto von sieben Siegen bei zwei Niederlagen in ihrer Division und sind so sicher wie es nur sein kann erneut ein Kandidat für die Playoffs.

Und das liegt vor allem an dem besten Quarterback dieser Generation. Tom Brady ist inzwischen 40 und spielt, als wäre er 25. Cam Newton hat ihn deswegen schon als Benjamin Buttons beschrieben, der Mann, der jünger wird statt älter. Er führt die Ligastatistiken nach 9 Spielen mit 2807 Passyards deutlich und mit großem Abstand an. Und das obwohl sein Lieblings-Receiver Julian Edelmann mit einem Kreuzbandriss die Saison verpasst. Dann fangen eben andere Spieler die Bälle und sorgen für im Schnitt unfassbare 409.4 Yards pro Spiel. Vor allem Brandin Cooks und Rob Gronkowski sowie Chris Hogan sind die Mister Zuverlässig und haben zusammen insgesamt 13 Touchdowns erzielt, auch die Runningbacks Mike Gillislee (355 Yards 4 TD) und Dion Lewis (326 Yards, 3 TD) können nur schwer gestoppt werden. Wobei die meisten Pässe sogar von James White gefangen werden. Als wären sie offensiv nicht schon gut genug, haben sie dazu Martellus Bennett zurück verpflichtet. Zu dieser Geschichte werde ich etwas näher eingehen, wenn ich mal zu den Packers vordringe.

All das wäre aber nicht möglich ohne Brady. Was ihn neben der akribischen Vorbereitung, Erfahrung, Ruhe und Reaktionsschnelligkeit dabei besonders gefährlich macht ist seine extrem kurze Ballposession. Im Schnitt vergehen zwischen Snap und Brady Wurf nur etwa drei Sekunden. Dieser Wert sucht Ligaweit seines gleichen. Der gegnerischen Defense ist es in dieser kurzen Zeit fast nicht möglich, überhaupt an Brady ran zu kommen und den Pass zu verhindern. So kommen am Ende dann eben 257 Punkte in 9 Spielen zusammen. Die meisten in der AFC, wenngleich diese Statistik bei den Los Angeles Rams aktuell gerade nur ein müdes Lächeln hervorruft. Der 40-jährige Ehemann von Topmodel Giselle Bündchen ist so gut drauf, dass die Pats sogar BEIDE Backup Quarterbacks zu anderen Vereinen getradet haben. Jacoby Brissett versucht sein Glück inzwischen bei den Colts und „Kronprinz“ Jimmy Garoppolo ist nun ein 49er. Gerade dieser Trade wurde mit Verwunderung aufgenommen, immerhin hatten die Pats Garoppolo jahrelang als Nachfolger herangezogen. Allerdings lief Garoppolos Vertrag auch aus und man hätte ihm für die nächste Saison entweder einen Franchise Tag oder einen neuen 5-Jahresvertrag geben müssen, was in beiden Fällen Ausgaben um die 25 Mio. Dollar bedeutet hätte. Dass man diese Option nicht ziehen wollte, kann eigentlich nur eins bedeuten. Brady spielt auch nach dieser Saison noch ein wenig weiter. Ein riskantes Spiel, sollte sich Brady verletzen, hätten die Pats nämlich nur noch Brian Hoyer als Passverteiler zur Verfügung. Anderseits – wenn die Defense gar nicht erst zu Brady vordringt, wie sollte er sich dann verletzen? Es ist ein scheinbar kalkulierbares Risiko.

Und so fragt sich der Rest der Liga da natürlich schon, ob irgendjemand die Pats stoppen kann. Momentan scheint dies auf den ersten Blick wahrlich fraglich. Auch die Pats brauchten ein wenig, um in Form zu kommen, verloren früh zwei Spiele und zeigten ungewohnte schwächen. Aber die wirklich guten Teams kommen auch erst während der Saison so richtig in Form und sechs gewonnene Spiele in Folge verraten einem jeden, dass die Form inzwischen erreicht ist. Es gibt da aber auch eine ganz andere Statistik, die quasi jedem „Hater“ Hoffnung macht. So zuverlässig die Offense ist, so vernichtend miserabel ist die Abwehr. Seit der Verletzung von Donta Hightower haben die Pats die schlechteste Abwehr der Liga. Die Passverteidigung findet sich mit großem Abstand auf Rang 32 von 32 wieder, sie lassen an der Stelle 287,20 Yards zu, damit ganze 13 Yards mehr als Rang 31, die Colts. Die Laufverteidigung findet sich auf Rang 26 wieder, was auch nicht viel besser ist. Im Schnitt gelingen den Patsgegnern hier 121 Yards. Zum Vergleich, bei den Eagles aus Philadelphia sind es 66 Yards.

Es wirkt ein wenig, als lautet bei den Pats die Devise: Lieber 42:35 gewinnen statt 7:0. Bisher ging das gut, bisher hatte man auch die Gegner, bei denen das gut ging. Die zwei Niederlagen gab es bisher gegen Kansas und Carolina. Carolina hat aktuell die beste Verteidigung der Liga. Gefolgt werden sie in der Statistik von den Steelers und den Jaguars, beide in dieser Saison die Meister der Pass protection. Die Jags, die sich selbst schon „Sacksonville“ statt Jacksonville nennen, weil sie mit großer Vorliebe Quaterbacks zum Frühstück verputzen, bis zu den Playoffs zum Glück nicht mehr auf der Karte, aber am 17ten Dezember warten die Steelers. Und die sind definitiv jemand, die gut genug wären, um diese Offence zu ärgern. Aber das wird selbst dann wohl kaum für schlechte Stimmung sorgen. Das Spiel gegen Oakland am Sonntag in Mexico City wird noch mal etwas spannend, ansonsten geht es zweimal gegen Miami, zweimal gegen Buffalo und noch einmal gegen die Jets. Von diesen Spielen verlieren sie unter Garantie keins. Daher meine Prognose für die Pats: Divisionsieg mit 12-4.

Apropos Buffalo. Kommen wir an der Stelle doch mal zu den Bills. Ich hatte ja schon in meiner Teamvorstellung die Bills als die graue Maus dahin gestellt und irgendwie zeigen sie sich auch genau so. Ihre bisherige Saison verläuft im Grunde ziemlich respektabel. Aktuell sind sie mit 5 Siegen und 4 Niederlagen der zweite in der AFC East und damit sogar auf Playoff-Kurs. Quarterback Tyrod Taylor zeigt sich auch als recht solide, 1684 Yards sind jetzt zwar keine Weltklasse, aber nur drei Interceptions sprechen für wenige Fehler. Das Spiel ist allerdings auch ziemlich auf LeSean McCoy gemünzt. Der Runningback hat mit 595 Yards mehr als die Hälfte aller Yards des Teams erlaufen und hat zudem mit Abstand die meisten Receptions als Receiver (41 gegenüber 22 von Charles Clay und Jordan Matthews). So gut die Bills für ihre Verhältnisse unterwegs sind, um so unbeständig zeigen Sie sich aber zugleich. Nur die 25t-beste Abwehr zu haben macht sich bemerkbar und sobald man LeSean McCoy einmal gestoppt bekommt, läuft es so wie letzte Woche gegen die Saints, wo man zuhause mit 10:47 gedemütigt wurde. Es ist wirklich schwierig, die Bills einzuschätzen, denn auf der einen Seite gewinnen sie in Atlanta, verlieren dann aber bei den Jets. Sie schlagen die Raiders und verlieren gegen die Bengals. Doch aktuell haben sie einen eher negativeren Lauf, denn die letzten beiden Partien gingen in die Binsen. Sie haben nun nur noch drei Heimspiele, müssen gegen Kansas und zweimal gegen New England ran, auch auswärts bei den Chargers braucht es eine aufstrebende Form am Sonntag, sonst werden die Bills vermutlich eins dieser Teams, die früh in Form waren, aber die Form nicht halten konnten, bzw. darunter litten, dass andere endlich in Form kamen. Dahin geht in der Tat auch meine Vermutung, daher denke ich, dass es für die Bills am Ende 7-9 heißen wird. Und damit es auch nicht für die Playoffs reichen wird.

Werden sie in der Division gar von dem Dolphins überholt? Meine Meingung dazu? Nnnööööööö! Denn in Miami scheint man inzwischen gänzlich den Verstand verloren zu haben. Schon vor der Saison hatte man ja für Schlagzeilen gesorgt, als man für den Verletzten Ryan Tannehill Jay „Die Welt lacht über mich“ Cutler aus dem Ruhestand geholt hätte. Für die, die Vergleiche zum Fußball brauchen, dieser Zug dürfte in etwa so Erfolgsversprechend sein wie der Versuch, Lothar Matthäus als Coach im Profifußball zu installieren. Es gibt vermutlich einfach um die 200 bessere. Und Cutler spielt genau das, was man erwarten konnte. Rotz. 1519 Yards sind nicht so sonderlich, 12 Touchdowns stehen 6 Interceptions gegenüber. Zwischendurch war er kurz verletzt, die Welt atmete auf, Backup Matt Moore zeigte ein ganz nettes Spiel und gewann gegen die Jets… nur um dann gegen Baltimore sage und schreibe 40:0 unter zu gehen. Inzwischen darf Jay Cutler inzwischen wieder sein Talent beweisen, nur um auch gegen Carolina 45:21 vernichtet zu werden. Aber 4 Siege gegenüber 5 Niederlagen schien dem Management der Dolphins einfach noch viel zu gut zu sein. Also tradeten sie ihren Starting Runningback Jay Ajayi nach Philadelphia. Drei Spiele ist er nun schon kein Delphin mehr und immer noch führt er die Runningstatistiken des Teams an. Im Grunde sind den Dolphins jetzt nur noch die Receiver Jarvis Landry und Kenny Stills geblieben, die zusammen fast 900 Yards erliefen und für 9 der 16 Touchdowns verantwortlich waren. In Anbetracht dessen, dass ihr Quarterback Jay Cutler heißt eine sensationelle Leistung. Nichtsdestotrotz hat Miami die zweitschlechtese Offense der ganzen Lige. Und die Formkurve zeigt stark nach unten. Jetzt kommen Tampa und New England, die Pats sogar noch zweimal und auch Buffallo wartet noch zweimal sowie Kansas. Irgendwie scheint es, als wären die Dolphins aktuell eher auf Drafttour. Dabei wird Ryan Tannehill doch nächste Saison sicher wieder fit sein. Anderseits, vielleicht schielen sie ja auf einen Runningback, der weniger Verletzungsanfällig ist wie Ajayi. Nach der Saison werden sie dahingehend gute Chancen haben. Meine Prognose. 6-10.

Aber moment mal. Wenn die Bills es verkacken, die Dolphins aber schlechter als die Bills bleiben… irgendjemand muss ja Erfolg haben. Blieben dann nicht nur noch die…. Jets? Die New York Jets? Diese zuvor als garantierte 0:16-Truppe verschriebene Fumpenbande? Tatsächlich passiert im Big Apple seltsames. Was ist da passiert? In der Tat stehen die Jets, welche ihre Bye Week noch nicht erreicht haben aktuell mit 4 Siegen gegenüber 6 Niederlagen ziemlich gut da. Einer der Niederlagen gegen die Pats war zudem äußerst unglücklich. Doch tatsächlich zeigen die Jets eine deutlich gelungenere Saison als es ihnen alle zugetraut hätten. Es ist aber auch eine berechtigte Frage, warum. Defensiv Nr. 21, Offensiv Nr. 26. Nirgendwo sind sie im Vergleich wirklich gut, wenn überhaupt dann noch im Passrush. Hinzu kommt die enorme Anzahl an Strafen, die aktuell nur noch von den Seahawks getoppt wird. Darüber haben die Jets aktuell schon 739 Yards verloren. Aber dennoch sind sie schwer zu besiegen. Quarterback Josh McCown zeigt mit 14 Touchdowns gegenüber allerdings 8 Interceptions eine ziemlich gute Leistung, hat ein Quaterbackrating von 93,7 und kommt auf immerhin 2242 Yards. Und der 2016er Draft Robby Anderson mit seinen 568 Receiving Yards und 5 Touchdowns ist als Receiver ebenfalls eine nützliche Stütze des Teams. All das sollte solch eine Sieg-Niederlagen-Statistik dennoch nicht erklären können. Schalten die Gegner unter Umständen einfach vorher schon ab, weil sie sich denken „Kinderspiel, die können ja nix?“ Im Grunde haben sie recht damit. Die können nix. Dennoch zeigen die Jets eine mehr als respektable Saison. Was mich als jemand, der zu seinen NFL-Anfängen sehr wohl Jetsfan war und daher auch immer noch ein wenig ist – wenn auch ungern öffentlich – auf jeden Fall sehr freut. Daher werden sie vermutlich auch in Zukunft noch den ein oder anderen Sieg stehlen. Naja… genau genommen vielleicht doch nur einen. Nach der Bye-Week haben die Jets ein wahres Horrorprogramm. Nur drei Heimspiele, die aber gegen Carolina, Kansas und die Chargers, dazu Auswärtsspiele gegen Denver, New Orleans und die Patriots. Am Ende denke ich wird es ein 5-11. Womit sie aber vermutlich wenigstens das Stadtduell gegen die Giants gewinnen. Das ist doch auch schon was.

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