Die Sommerpause endet. NFL-Zeit! Ein Blick in die AFC

Einmal tief Luft holen. Die Zeit der Temperaturen um den Siedepunkt sind vorbei, die Sommerpausen kommen alle zum Ende… und so füllt sich auch www.dannimax.de wieder mit Leben. Denn in wenigen Wochen beginnt sie endlich wieder. Die neue Saison in der NFL. Und somit für mich Gelegenheit, wieder mal eine kleine Vorausschau zu geben. Was wird uns erwarten?

Vorab – viele Flaggen. Die NFL hat eine neue Tackle-Regel eingeführt, um das Risiko von Helmet-to-Helmet-Hits und damit das Risiko um Gehirnerschütterungen oder ähnlich fürchterlichen Verletzungen wie die Rückenverletzung von Steelers-Spieler Ryan Shazier zu reduzieren. Ab nun gilt es daher als schweres Foul, wenn man den Kopf zum Tackle senkt. Es kann 15 Yards Strafen und ein Feldverweis für den Spieler zur Folge haben. Klingt auf den ersten Blick sinnig. Niemand will verletzte Spieler. Doch leider ist diese Regel teilweise gegen die Physik der Körperbewegungen und daher gehen Abwehrspieler gerade auf die Barrikaden. Ja, zum Football-Einmaleins eines Abwehrspielers gehört der satz „Kopf nach oben, Genick gebeugt und mit der Facemask tackeln, nicht mit der Helm-Oberfläche. Vor allem im Backfield macht das Sinn. Aber im Scram, wo man die Aufgabe hat, neben den riesigen Fleischbergen vor und neben einem noch zusätzlich einen potentiell hindurch schlüpfenden Running Back aufzuhalten, da geht es um Reflexe. Da hat man gar nicht die Zeit, noch schnell auf seine Körperhaltung zu achten. Wenn man dort mit dem Helm jemand anderen trifft, dass sicher nicht aus Absicht.

Gerade der Running Back wird da zum Problem, denn eine Aufgabe des Running Backs ist es, den Körper möglichst tief zu halten, weil er dadurch seinen Gegenspieler durch einfache Physik aushebeln kann und Tackles brechen kann. Man stelle sich vor, man drückt Gewichte. Was ist einfacher? Sie aus den Beinen heraus mit den Rücken hoch zu stemmen oder sie mit den Armen zu tragen? Die Antwort wird bei jedem vermutlich schnell klar sein. Tja, nur zu dumm, dass dem Running Back jetzt eine Strafe von 15 Yards droht, wenn er versucht, seinen Schwerpunkt nach unten zu setzen und dazu den Kopf senkt. Vor allem kleine Running Backs sind für solche Gewühle gerne genommen, da sie ihren Schwerpunkt automatisch weiter unten haben. Diese neue Regel macht in seiner jetzigen Form diese Form des Runningbacks fast nutzlos.

Aber es gibt auch neue Regeln, die viel Diskussionen ersparen werden. So ist die Catch-Regel deutlich vereinfacht worden. Ab sofort gilt es einfach als Catch, wenn man Kontrolle über den Football hat und zwei Füße oder ein anderes Körperteil in Bounds ist und ein Football Move in Form eines dritten Schritts, eines Streckens oder ähnliches getan wurde. Es gibt keine Sonderregeln für was mit dem Ball danach passiert. Das wird vermutlich einigen bei den Patriots nicht schmecken, da diese in der Vergangenheit ganz gerne mal von solchen „Sonderregeln“ profitiert hatten, so zum Beispiel im Spiel gegen die Steelers, die Bills oder die Jets in der letzten Saison wichtige Punkte gezählt.

Aber die Patriots sind eh eine spannende Personalie in diesem Jahr. Dass ihr Quarterback inzwischen 41 ist, stört dabei niemanden. Brady ist Brady, er ist der beste, auch in diesem hohen Alter und das bedeutet – er wird wieder mal sein Team in die Playoffs führen. Nothing new in Boston. Dass es Gerüchte gibt, dass er inzwischen nicht mal mehr mit seinem Coach Belichick redet, stört dabei genau so wenig wie dass sein wichtigster Receiver, Julian Edelman wegen Dopings eine vier-Spiele-Sperre absitzen muss. Ein wenig stehen die Zeichen bei New England trotzdem auf Götterdämmerung. Brandin Cooks spielt nun bei den Rams, Nate Solder bei den Giants, Malcom Butler und Malcom Butler sind bei den Titans unter gekommen, Amendola in Miami, Antonio Garcia ist nun ein Jet, der Zweitrundenpick Sony Michel hat sich gleich mal verletzt und Superbowl-Held Jordan Matthews haben sie wegen seiner ständigen Verletzungen entlassen. Dafür kommt Erik Decker von den Titans, mit der Empfehlung sagenhafter 500 Yards dort.

Es klingt ein wenig, als wäre das ein wenig viel Veränderung auf einmal. Vielen kommt es gar wie eine Flucht vor, einige ehemalige Spieler beklagten, dass sie bei den Pats wirklich nie was zu lachen gehabt hätten. Na gut, sie sind ja auch zum Gewinnen da. Aber auch der Streit um Bradys Fitness-Guru Alex Guerrero und Belichecks Rausschmiss selbigen vom Trainingsgelände sind alles so Zeichen, wo man bei den meisten Clubs mit Stirnrunzeln in die Saison gehen würde. Aber nicht so in Boston.

Denn was soll schon passieren. Ihre Gegner? Sind wie jedes Jahr: Die immernoch im Umbruch befindlichen New York Jets, die weiterhin ihre besten Spieler abgebenden Miami Dolphins und die Bills, die nach ihrem ersten Playoff-Einzug seit fast zwei Jahrzehnten gleich mal den Quarterback gewechselt haben und sich nach expertenmeinungen seitdem schon wieder verschlechtert haben. Das sind 6 garantierte Siege, dazu kommen Spiele gegen Detroit, die Colts, Kansas, Chicago und die Titans. Gegen diese Gegner könnte Brady auch alleine auflaufen, was soll da schief gehen?

Und damit sind wir auch schon bei der restlichen AFC angekommen. Will man mit Blick auf den Superbowl der Frage nachgehen, wer da eigentlich taugt, reibt man sich die Augen. Wie kann eine ganze Liga eigentlich im Vergleich zur NFC so eine üble Figur abgeben?

Die AFC East hab ich dabei ja schon angesprochen. Das einzig spannende dort wird ein Blick auf die beiden Quarterbacks in New York und Buffalo sein. Josh Allen, Pick Nr. 7 der Bills und vor allem Sam Darnold, lange als First overall Pick gehandelt und dann auf Platz 3 bei den Jets gelandet, werden zeigen wollen, was sie können. Und natürlich ist die Frage „wie gut sind sie wirklich?“ Zumindest Darnold hat in der Pre-Season schon sehr nette Ansätze gezeigt.

Der First-Overall-Pick hieß dann ja bekanntlich Baker Mayfield, welcher dann zu den Browns musste, um die lange Serien an schlechten Spielen, Niederlagen und wechselnden Quarterbacks endlich zu beenden. Erstmal darf er dort noch bei Tyrod Taylor, dem ehemaligen Bills-QB lernen. Aber ja, die Browns haben ihr Team ordentlich verbessert, Spieler wie WR Jarvis Landry oder Antonio Callaway scheinen auch richtig Lust auf die neue Saison zu haben. Aber die Browns sind eben die Browns. Und alleine, wenn man einige Spieler hört, dass sie ja gut genug für den Superbowl wären, dann erinnert man sich schnell wieder daran, wie sehr Gott Cleveland hasst.

Tatsächlich sollte der Blick der AFC North auf andere Teams gehen. Zum einen die obligatorische Frage – wann verhunzen die mit ihren Gegnern meistens unterforderten Pittsburgh Steelers sich selbst wieder die Saison? Und – könnte das diesesmal bei den Ravens was werden? Tatsächlich hat ihr First-Round-Pick, Quaterback Lamar Jackson eine geradezu beflügelnde Wirkung auf ihren Starting Quarterback Joe Flacco gezeigt. Der ist urplötzlich in der Form seines Lebens. Genau diese Form hat Flacco bereits einen Superbowl-Ring eingebracht. Man darf gespannt sein.

Dahingehend gibt es noch einen Rückkehrer, auf den man ein Auge haben durfte. Andrew Luck versucht sein Glück bei den Colts wieder nach überstandener Schulterverletzung. Natürlich ist die Colts O-Line immer noch höllisch schlecht, weswegen sich vor allem eine Frage stellen wird. Wie viele Spiele hat Luck noch, bis er sich erneut verletzt? Mein Tip: Jacobi Brissett sollte erst einmal nicht in Urlaub fahren. Woche 10 wird es so weit sein. Dann treffen die Colts nämlich zum ersten mal auf Jacksonville.

Die sind für mich tatsächlich – trotz Blake Bortles – ein Kandidat für das Erreichen des Superbowls. Die Abwehr von „Sacksonville“ war im letzten Jahr bereits furchterregend. Sie haben keinen Spieler verloren, dafür aber neue Abwehrspieler dazu geholt, zudem einen recht talentierten Wide Receiver im Draft verpflichtet. Es wird wieder Spaß machen, Jacksonville beim Spielen zuzusehen.

Der erfahrene Leser wird an der Stelle bemerkt haben, dass ich bereits in die AFC South gewechselt bin, obwohl in der AFC East ja noch die Cincinnati Bengals sind. Aber was gibt’s über die schon groß zu sagen, die gewohnte Mittelklasse kann man auch in der Saison erwarten und eigentlich stellt sich nur die Frage, ob der dort zum Tight End umfunktionierte deutsche Spieler Moritz Böhringer den Cut diesesmal packt oder er doch mal wieder in der Practice Squad ein Jahr anderen bezahlt beim Spielen zusehen darf. Und ja, eigentlich kann man sich auch in der South die Tennesee Titans sparen. So spannend wird deren Saison nicht verlaufen. In Houston hingegen könnte es eine deutlich spannendere Saison werden. Denn die ganzen verletzten Top stars rund um J. J. Watt oder QB-Hoffnung Deshaun Jackson sind wieder fit. Einmal komplett sind die Texans eine Bedrohung für jedes Team. Nur, dass sie sehr selten fit bleiben. Vielleicht bekommen sie das ja mal in den Griff.

Zu guter letzt daher auch noch ein Blick in die AFC West. Wo uns qualitativ wohl auch eher ein Trauerspiel erwartet. Sehr viele Spiele in Oakland werden die Raiders nicht mehr haben, bevor es in ein ziemlich imposant aussehendes Stadion nach Vegas geht. Die letzte Saison verlief eher gruselig, warum da nicht einen Trainer aus dem Ruhestand zurückholen, der ähnlich Gruselig klingt. Jon Gruden. Die Raiders werden vermutlich mit ziemlich altbackenem Football daher kommen. Und ob das so zeitgemäß ist, wird sich zeigen.

Zumindest die Kansas City Chiefs werden dabei wohl nicht die größte Hürde darstellen, denn bei KC findet nun frisch der Umbruch statt. Langweiler-QB Alex Smith wurde nach Washington verkauft und die Geschäfte des Spielleiters darf nun der noch grüne Patrick Mahomes übernehmen. Klar haben sie immernoch Kareem Hunt als QB, doch da weiß auch niemand, ob er vielleicht nur eine Eintagsfliege war oder diese Leistung vom Vorjahr wiederholen kann. Ansonsten haben sie an vielen Schlüsselstellen sich erneuern müssen und daher sind die Playoffs wohl wirklich in Gefahr. Und auch die Denver Broncos sind immer noch nicht so wirklich gut. Durch den an 5 gepickten Bradley Chubb haben sie zwar nun zusammen mit Vonn Miller zwei Abwehrspieler, die für Angst und Schrecken in der O-Line des Gegners sorgen werden, aber Case Keenum als Spielleiter ist durchaus eine Gefahr. Er mag in Minnesota überragend gespielt haben, aber er ist eben auch verletzungsanfällig. Und weder Paxton Lynch, noch Mr. Irrelevant 2017, Chad Kelly werden bei den Broncos Bäume ausreißen können. Gerade Paxton Lynch ist zumindest bei den Broncos-Fans bereits unten durch, es gibt Petitionen, die seinen rauswurf fordern, während dem ersten Pre-Seasongame wurde er vom ganzen Stadion nach einem desaströsen Auftritt ausgepfiffen.

Und so ist die Favoritenrolle in der AFC West doch tatsächlich bei den Los Angeles Chargers angekommen. Auch hier sind alle fit und scheinbar richtig gut in Form. Die experten sagen alle, dass man in diesem jahr ein Auge auf die Chargers rund um Philip Rivers werfen sollte. Der hatte schon in der vergangenen Saison schwer abgeliefert, 4500 Yards geworfen und kam nah an ein 100er Player-Rating ran. Keenan Allan fing zudem im letzten Jahr 1393 Yards zusammen. Und dann ist da noch Running Back Melvin Gordon, der im letzten Jahr 1105 Yards erlief. Eigentlich spielten die Chargers schon im letzten Jahr wie ein Playoff-Kandidat. Nur hatten sie ihren Anfang gänzlich verkackt. Einen Fehler, den sie in Los Angeles nicht nochmal machen, zumal dort nun auch endlich die Stadionsituation gelöst ist. Tatsächlich sind die Chargers ein kleiner Geheimtipp. Letztendlich aber auch nur, weil die Konkurrenten auf einem Level spärlich gesät sind. Zumindest im Vergleich zur NFC. Wie die genau aussieht, das lest ihr dann im nächsten Blog.

Aber hier nochmal meine 6 Tipps für die Playoffs nach aktuellem Stand

Steelers
Ravens
Patriots
Texans
Jacksonville
Chargers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.