{"id":397,"date":"2019-02-12T22:42:25","date_gmt":"2019-02-12T21:42:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dannimax.de\/?p=397"},"modified":"2019-02-12T22:42:25","modified_gmt":"2019-02-12T21:42:25","slug":"dannimax-goes-oscar-heute-roma","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dannimax.de\/index.php\/2019\/02\/12\/dannimax-goes-oscar-heute-roma\/","title":{"rendered":"Dannimax goes Oscar! Heute: Roma"},"content":{"rendered":"<p>Ola, Muchachos! El grande Dannimaxe durfte heute den mexikanischen Film &#8222;Roma&#8220; betrachten, die diesj\u00e4hrige Netflix-Produktion, die ihren Weg durch eine einw\u00f6chige Kinovorf\u00fchrung nicht nur in die Kategorie bester Ausl\u00e4ndischer Film fand, sondern auch in die Kategorie &#8222;Bester Film.&#8220; Und daher vom Trierer Oscarteam heute begutachtet wurde. Wie er war? Na ihr wisst ja&#8230; gibts hier nach dieser SPOILERMELDUNG!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Da war er also, der allj\u00e4hrliche Kunstfilm. Oder auch der Film aus der Sparte, die bei mir einfach nicht landen will. Soll hei\u00dfen: Der Film ohne Handlung, der einfach nur durch Bildpoesie und der m\u00f6glichst genauen und langatmigen Darstellung von&#8230; NICHTS &#8230;. punkten will, hat es bei mir bisher immer schwer gehabt. Boyhood war schon der Film, in dem im Leben einer nichts bedeutenden Familie aus 12 Lebensjahren die bedeutungslosesten Szenen eines langweiligen Lebens in 3 Stunden zusammen gepackt werden und so sich wie 12 Jahre anf\u00fchlten. The Revenant punktete im Folgejahr mit ausufernden Landschaftsaufnahmen im Schnee, um dann im Jahr darauf erst von Manchester by the Sea und dann noch viel Eindrucksvoller von Moonlight in Sachen g\u00e4hnende Kunstlangeweile m\u00e4chtig in den Schatten gestellt zu werden. Nur um im Jahrgang 2018 festzustellen, dass man g\u00e4hnende Langeweile auch mit ekligen K\u00f6rpers\u00e4ften kombinieren kann und so Call me by your Name immernoch zu einem meiner Tiefpunkte der Oskarfilmserie werden lie\u00df. Entsprechend habe ich &#8222;Spinnensensoren&#8220; entwickelt, die mir intuitiv verraten, ob ein Film wohl eher schei\u00dfe ist oder nicht. Und ja&#8230; bei Roma schlugen sie aus. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.cines-verdi.com\/barcelona\/files\/2018\/11\/ROMA-1200.jpg?w=525\" alt=\"\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p>Ich habe mir im Vorfeld eine Inhaltsangabe durchgelesen und dachte mir nur &#8222;Hm&#8230; das liest sich f\u00fcr 135 Minuten Film nicht nach einer zusammenh\u00e4ngenden Story&#8230; eher nach einzelnen Episoden eines Lebens, die einfach nur aufeinander folgen, aber nicht wirklich charakter\u00e4nderung oder die Moral einer Geschichte erahnen l\u00e4sst. Und las ich da was von &#8222;Im Dokumentarstil? Oh&#8230; oh&#8230; oh&#8230;. Tja, so kam es dann auch. Der Film stellt die Geschichte des mexikanischen DIenstm\u00e4dchens Cleo vor, die in der Familie eines Arztes mit seiner Frau und vier Kindern arbeitet. Und zwar ziemlich hart arbeitet. Sie wird nicht ausgenutzt, es ist halt ein harter Job. Aber so geht es allen in Mexico des Jahres 1970, da jammert keiner dr\u00fcber. Ist halt so. Und ja. Leider ist damit bereits die erste Stunde des Filmes erz\u00e4hlt. Ja, es ist erfrischend, dass der Film nie synchronisiert wurde und daher auf Spanisch zu sehen ist &#8211; immerhin mit Untertiteln &#8211; und ihn in Schwarzwei\u00df zu filmen, hat die gesehenen Bilder eher interessanter gemacht. Aber die einmin\u00fctige Aufnahme des Fu\u00dfbodens oder wie das Auto in der Einfahrt \u00fcber Hundeschei\u00dfe f\u00e4hrt, h\u00e4tte es echt nicht gebraucht. Wie so vieles anderes. <\/p>\n<p>Doch tats\u00e4chlich unterscheidet sich Roma dann doch von den gro\u00dfen Schnarchfesten der vergangenen Jahre. Und erfreulicherweise im positiven. Nat\u00fcrlich kann der Fakt rein spielen, dass zum einen durch meine Vorbereitung ich mit extrem niedrigen Erwartungen in den Film hinein gegangen bin und zum anderen, dass wir ihn bei Olli auf der Couch geguckt haben und so keine Kosten anfielen. Aber dennoch hat der Film etwas, was man in Boyhood, Moonlight, Manchester by the Sea oder Call me by your Name vergeblich sucht: Sympathische Charaktere. Cleo jammert nicht, sondern macht ihren Job, sie zeigt keine aufdringlichen Charaktereigenschaften eines SOnderlings. Die Familie ist durch die Bank weg ertr\u00e4glich, auch wenn nat\u00fcrlich etwas elit\u00e4r. Und scheinen die meisten zumindest langsam eine Geschichte zu erz\u00e4hlen, die man sich selbst ein wenig zusammen reimen muss. Ob es die der Familie ist, bei der der Arzt die Frau samt Kinder verl\u00e4sst und irgendwann auch kein Geld mehr zahlt, was die Mutter so gut es geht vor allen anderen verheimlicht oder um Cleo selbst, die Schwanger wird und um ihren Job f\u00fcrchtet, vor allem weil der Vater quasi bei der Verk\u00fcndung noch fl\u00fcchtet und mit ihr nichts mehr zu tun haben will. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.indiekino.de\/material\/filme\/roma_webdetail.jpg?w=525&#038;ssl=1\" alt=\"\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich tr\u00f6stet das nicht dar\u00fcber hinweg, dass 70 % aller gezeigten Szenen unbedeutend und langatmig sind. Die Geschichte w\u00e4re quasi auch in 15 Minuten Film erz\u00e4hlt worden. Und dennoch ertappt man sich ab einem gewissen Zeitpunkt dabei, dass das gezeigte einen dann doch packt. Man will wissen, wie es mit Cleo weiter geht, vor allem ab dem Moment, wo um Cleo und vor allem um den Vater des Kindes herum Revolten ausbrechen (bzw. an denen er aktiv beteiligt ist), was bei Cleo auch zu einer Fehlgeburt f\u00fchrt. Man k\u00f6nnte sagen, dass im letzten drittel des Films die Langeweile vergessen ist und man mit dem gezeigten durchaus seinen Frieden gefunden hat. Gerade die Krankenhausszene ist auch einfach stark, weil es den Kampf zwischen pers\u00f6nlichem Schicksal und Massenabfertigung eines v\u00f6llig \u00fcberlaufenen Krankenhauses sehr krass darstellt. Auch sp\u00e4ter arbeitet er mit interessanten Kontrasten, wenn die Mutter ihren Kindern erkl\u00e4rt, dass sie sie anl\u00fcgen musste und sie eigentlich nur an den Strand nach Veracruz gefahren sind, um dem Vater die Gelegenheit zu geben, seine M\u00f6bel aus dem Haus zu holen. Danach sieht man sie v\u00f6llig am Boden zerst\u00f6rt ein Eis essen, w\u00e4hrend direkt daneben ein Hochzeitsfotograf ein frisch verm\u00e4hltes Paar fotografiert. <\/p>\n<p>Diese Kontraste landen alle irgendwann, zudem hofft man diesen eben doch sympathischen Leuten eben was gutes. Und so wird Roma aus der Serie langweiliger Kunstfilme bei den Best-Picture-Oscars dann doch irgendwie zum besten seiner Art in den letzten Jahren. Meinen freunden empfehlen w\u00fcrde ich Roma aber dennoch nicht. Elit\u00e4ren Kunstliebhabern vielleicht noch. Und daher vergebe ich auch letztendlich 3 von 6 Oskars. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ola, Muchachos! El grande Dannimaxe durfte heute den mexikanischen Film &#8222;Roma&#8220; betrachten, die diesj\u00e4hrige Netflix-Produktion, die ihren Weg durch eine einw\u00f6chige Kinovorf\u00fchrung nicht nur in die Kategorie bester Ausl\u00e4ndischer Film fand, sondern auch in die Kategorie &#8222;Bester Film.&#8220; Und daher vom Trierer Oscarteam heute begutachtet wurde. Wie er war? Na ihr wisst ja&#8230; gibts hier &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/www.dannimax.de\/index.php\/2019\/02\/12\/dannimax-goes-oscar-heute-roma\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDannimax goes Oscar! 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