NFL – Draft 2018. Dannimax mockdraft – Who is Who, Why is Why

Wie der Draft funktioniert, habe ich ja eben schon erklärt, nun geht es konkret um den morgigen Draft, den man entweder ab 1;50 nachts Live auf dem Stream von Ran.de verfolgen kann oder Tags drauf als Zusammenfassung in Videoform auf der Homepage präsentiert bekommt, genau so natürlich wie auf www.nfl.com.

In der ersten Runde hat jede Mannschaft 15 Minuten Zeit, um sich auf einen Spieler festzulegen und ggfs. auf überraschende oder konkurrierende Drafts anderer Mannschaften zu reagieren. Den Start machen die Cleveland Browns, die in der letzten Saison wirklich katastrophal waren. Erst einmal zuvor blieb ein Franchise eine ganze Saison lang ohne Sieg, schon in der letzten Saison gewannen sie gerade mal einmal und auch davor gab es läppische drei Siege. Die Taktik des Management war es damals, dafür möglichst viele Draftpicks zu erhalten und das Team mit jungen, talentierten Spielern aufzufüllen. Die Draftpicks haben sie immer noch, doch das Management haben sie gewechselt. Seitdem sind recht namenhafte Spieler mit Erfahrung zum Team gewandert. Und ihren letztjährigen Rookiequarterback Deshaune Kizer haben sie nach traditionell bescheidenen Leistungen bereits nach Green Bay abgeschoben. Auch als Quarterback haben sie jetzt mit Tyrod Taylor einen relativ talentierten Spielführer von den Bills verpflichtet. Die Browns können den Draft also in Seelenruhe angehen… vor allem, weil sie zu allem Überfluss auch noch den Draftplatz 4 haben.

Tatsächlich kann den Browns eigentlich alles egal sein. Wer 16 Spiele in Folge verliert, war einfach überall schlecht. Es ist egal, welchen Spieler sie nehmen, er hilft ihnen auf jeden Fall weiter. Allerdings hat der 18er Draft einen besonderen Faktor… er ist gespickt mit Jahrhunderttalenten. Im Letzten Jahr hätten Sie eigentlich schon einen sogenannten Franchise-Quarterback gebraucht, einen Spielführer, der so gut ist, dass er auf Jahre hinaus das Franchise quasi auf seinen Schultern tragen kann. Jemand, der konstant überdimensional gute Leistungen bietet. Also das, was man normalerweise in der ersten Runde eines Drafts auswählt. Im letzten Jahr waren solche Spieler irgendwie nicht vorhanden. Mitchell Trubisky hat bei den Bears eine recht unauffällige Saison gespielt, Patrick Mahomes konnte sich in Kansas nicht gegen Alex Smith durchsetzen und darf erst in dieser Saison beweisen, ob er Draftplatz 10 wert war. Deshaun Watson war tatsächlich sensationell gut bis er sich das Kreuzband riss, doch wirklich damit zu rechnen war nicht. Und der nächste im Bunde war bereits Deshone Kizer. Ein Spieler, der vor allem durch seine Interceptions von sich reden machte. Die Browns haben ihren Nr. 1 Draftpick dann für den einzigen überdurchschnittlichen Spieler ausgegeben, Myles Garrett, ein Defensivspieler. Und weil die Browns bereits chronisch erfolglos, inkompetent und vom Pech verfolgt ist, kam es, wie es kommen musste – Garrett hatte sich auch schnell verletzt und konnte kaum Spiele bestreiten.

Wie gesagt, 2018 ist das etwas anders. Natürlich werden die Spieler, die da kommen immer noch grün hinter den Ohren sein, viele werden nicht von Beginn an spielen sondern werden erst einmal auf die Bank gesetzt, damit sie sich an Tempo und Erfahrungsstandards anpassen können. Gerade Spieler, die eines Tages ein Franchise tragen sollen, verheizt man nicht. Doch in dieser Saison gibt es gleich vier Quarterbacks, deren Leistung so überdurchschnittlich waren, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Big Names der Zukunft werden können.

Die Rede ist dabei zum einen von Sam Darnold von der UFC. Der ist ein Sophomore, aber bereits so vielseitig und gut, dass er ruhigen Gewissens sich für den Draft anmelden konnte und dennoch hohe Chancen hat, der absolute Nr. 1 pick zu werden. Ihn zeichnet neben der Vielseitigkeit noch seine hohe Spielintelligenz aus. Das einzige, was man ihm vielleicht noch anlasten kann ist die hohe Quote an Interceptions. Aber er ist ja noch jung und lernfähig.

Der zweite in der Reihe ist Josh Rosen von UCLA. Auch er ist ein Multitalent, wirklich überirdisch ist sein Wurfarm. So kann er Pässe über sage und schreibe 90 Yards an den Mann bringen, was ihm irgendwann sicher den Titel „Mr. Hail Mary“ einhandeln wird. Sein Manko scheint eher die Completionrate zu sein, die mit 56 % ankommender Pässe wirklich nicht allzu rosig ist. Das liegt aber auch daran, dass in dieser Saison die Passfänger der UCLA im Vergleich zu anderen schlechter waren. Er selbst erklärt die niedrige Passerfolgsquite mit seinem Stellungsspiel, an dem er aber seitdem arbeiten würde.

Nicht minder rosig ist die Zukunft von Baker Mayfield. Seine große Stärke ist die Präzision von Würfen. Er gehört zu den Spielern die vermutlich aus 50 Meter Entfernung noch ein 10-Cent-Stück im hohen Gras treffen würde. Allerdings scheint er charakterlich wohl eine gewisse Form von Extravaganz mitzubringen, die nicht jedermanns Sache ist.

Der vierte im Bunde ist dann Josh Allen von der Universität Wyoming. Er mag nun nicht diese eine Superfähigkeit haben im Vergleich zu den anderen, aber körperlich ist er in vielerlei Hinsicht ein absoluter Wunschspieler. Er hat bereits Titel mit Wyoming gewonnen, er ist schnell, er hat einen starken Wurfarm und er ist zuverlässig, in drei Jahren in Wyoming hatte er ein Passerrating von 137,7. 44 Wurftouchdowns und 12 Rushing Touchdowns sind ein absolutes Brett.

Wie gut diese vier sind, zeigt sich daran, dass es noch zwei weitere überaus talentierte Quarterbacks in den Reihen der Draft gibt, Mason Rudolph und Lamar Jackson. Und obwohl Lamar Jackson sogar die Heisman-Trophy als bester College-Spieler eines Jahrgangs gewonnen hat, stinkt er gegen diese vier ab.

Und als wäre das nicht genug, hat sich zur Liste der Franchise-Quarterback auch noch ein weiterer Spieler bemerkbar gemacht, Saquon Barkley, Runningback von Penn State scheint ein Jahrhunderttalent auf dieser Position sein und damit ein garantierter Punktelieferant. Und auch auf anderen Positionen sind zwei Spieler unterwegs, die jede Mannschaft um ein vielfaches verbessern kann. Zum Passrush, sprich um Druck auf den gegnerischen Quarterback zu machen wäre da das Übertalent Bradley Chubb und für Teams, die im letzten Jahr nicht gut im Laufspiel war gibt’s zudem Offensive Guard Quenton Nelson. Alles Spieler, die im letzten jahr gute Chancen gehabt hätten, an Nr. 1 von den Browns gepickt zu werden.

Und wen schnappen sich die Browns nun? Nun, auch wenn sie Tyrod Taylor nun im Team haben, dieser ist sicher kein Franchise-Quarterback, auf dem man etwas aufbauen kann, wenngleich er eine Verbesserung zu den meisten seiner Vorgänger ist. Da haben sie also besonderen Bedarf. In der Vorbereitung war auffällig, wie viele gute Wide Receiver sich die Browns geholt haben, darunter Jarvis Landry von den Dolphins, einer der besten Wide Receiver der letzten Jahre. Entsprechend brauchen sie einen guten Werfer. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das trotz aller Prognosen Josh Rosen sein dürfte.

Auf Nr. 2 haben wir dann die New York Giants. Diese haben eine Saison lang gegen ihren Trainer gespielt und sind ihn dann letztendlich erfolgreich los geworden. Das Team war zum einen sehr von Verletzungen geplagt, zum anderen aber auch wirklich schlecht. Jemanden wie Bradley Chubb könnten sie gebrauchen, aber auch ihr Quarterback Eli Manning kommt langsam in ein Alter, in dem man mal einen Nachfolger heran züchten könnte. Allerdings… Eli ist ein Manning. Die sind wie z.B. auch Tom Brady auch im hohen Alter noch sehr gut. Der hat trotz seiner 16 Saisons für New York noch zwei weitere im Körper und daher wäre der Quarterback – der auch auf der Bank ja dann viel Geld kostet – vielleicht noch zu früh. Die Wahl wird auf Bradley Chubb fallen.

Auf Nr. 3 haben wir die Jets. Die waren in der letzten Saison zwar überraschend gut, haben sich aber nach vorne getauscht, um auf dem Quarterback-Markt zuzuschlagen. Das kommt nicht überraschend, sie haben sich zwar bereits mit Teddy Bridgewater verstärkt, aber der war gleich zwei Saisons in Folge verletzt und niemand weiß, ob er es noch bringt. Ihr anderer Quarterback ist McCown, ein 37-Jähriger Backup-QB. So jemand trägt kein Franchise. Und tatsächlich gibt es da jemanden, der im big Apple vermutlich auch Charakterlich aufblühen würde, eben weil er dort das Spotlight hat, dass er haben will, sei es auf dem Platz oder Abseits… Baker Mayfield. Diese Symbiose passt einfach zu gut.

Und da sind wir auch schon wieder bei den Browns. Die nehmen das Geschenk an und schnappen sich den Jahrhundert-Runningback Saquon Barkley. Das Team wird damit so gut, dass alle sagen werden „jetzt ist mit den Browns endlich zu rechnen.“ Und nach kurzer Zeit erinnern sie sich dann alle wieder daran, dass Gott Cleveland hasst. Ich würde es den Browns ja gönnen. Aber so ist es eben immer.

Auf Rang 5 sind die Denver Broncos. Auch die könnten „eigentlich“ einen Quarterback gebrauchen. Anderseits haben sie für nicht gerade wenig Geld Case Keenum verpflichtet, der die Vikings immerhin ins Halbfinale warf. Man kann bei ihm leider auch nicht so genau sagen, ob diese Saison vielleicht die einer Alltagsfliege war und auch Keenum ist Verletzungsgeplagt. Doch rechtfertigt das, diesen Spot für einen QB-Backup auszugeben? Sie haben auch auf den defensiven Außenpositionen hohen Bedarf, da haben sie einige verdiente Spieler abgegeben. Daher glaube ich, dass sie diesen Platz noch eintauschen. Und zwar mit einem Team, dass einen Quarterback viel VIEL nötiger hat. Die Buffalo Bills. Die haben Taylor ja nach Cleveland abgegeben und dass die nun mit A.J. McCarron durch die Saison gehen ist höchst unwahrscheinlich. Die Bills stehen bisher auf Position 12, würden für die Broncos also keinen zu hohen Verlust bedeuten. Daher gehen sie drauf ein und die Bills bekommen ein besonderes Bonbon. Sam Darnold.

Auch in einer guten Verhandlungsposition sind die Colts. Deren Saison war auch freundlich gesagt „schmu“. Das lag aber auch daran, dass Andrew Luck mal wieder eine ganze Saison wegen Verletzungen ausfiel. Das lag aber auch daran, dass die O-Line bei Indianapolis eine Katastrophe war. Klar, wenn der Passrush in aller Regelmäßigkeit bis zum Quarterback durchbricht, erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit, dass dieser sich bei solch einem Tackle verletzt. Daher passt ihnen Quenton Nelson sehr gut ins Konzept. Auch um das Laufspiel zu stärken, falls Luck immer noch nicht der alte wird.

Von den besagten Übertalenten ist damit auch nur noch Josh Allen rest. Und wer braucht noch Quarterbacks? Das sind vor allem die Cardinals auf 15, da dort ihr langjähriger QB Carson Palmer in den Ruhestand gegangen ist. Zudem gibt es die Dolphins auf 11, die vermutlich genug von den ständigen Verletzungen von QB Ryan Tannehill haben könnten und tatsächlich die Patriots. Als Backup für den 41jährigen Brady.

Kaum einer wird diesen Platz wirklich traden wollen. Vor den Dolphins stehen jetzt nur noch die Buccaneers, die Bears, die 49ers und die Raiders. Sie alle wollen Defensivspieler und würden den Dolphins den Quarterback nicht weg nehmen, hätten allerdings auch nicht viel davon, sich nach hinten traden zu lassen. Anderseits sind die Cardinals auf 15 doch etwas zu weit zurück, damit ein Wechsel dorthin ein guter Deal wäre. Von den Plätzen 23 und 31 der Pats ganz zu schweigen. Die Raiders machen es dennoch für die Cardinals, die sich so auf 10 dann Allen schnappen, der zu dem zeitpunkt eh noch nicht wissen wird, was da eigentlich alles gerade schief gelaufen ist. Noch bitterer wird es für Lamar Jackson, wenn die Dolphins dann einen Abwehrspieler auf 11 Traden (Vita Vea könnte realistisch sein). Eventuell erbarmen sich die Baltimore Ravens auf 16, denn Joe Flacco ist auch schon nicht mehr der jüngste und wenn jemandem ein Heisman-Trophy-Winner vor die Füße fällt, wird man sich wohlmöglich ob Flaccos vernichtend schlechter Saison erinnern. Und für die Pats wird irgedwann Mason Rudolph übrig bleiben und mit ihm werden sie sich richtig Zeit lassen können, weil sonst alle ihre Quarterbacks haben. Daher werden diese vermutlich eher einen Nachfolger für Donta Hightower suchen. Kolton Miller könnte da ein ganz heißer Kandidat sein.

Und damit sind die großen Fragen des Drafts im Grunde geklärt. Ich würde noch tippen, dass die Saints sich einen Tightend holen und in der nächsten Saison offensiv zu einem echten Monster mutieren werden. Doch richtig spannend wird es erst wieder am Freitag. Denn beim Draft dabei ist auch ein Deutscher mit Equanimous St. Brown von den Notre Dame fighting Irish. Er dürfte vermutlich irgendwann in Runde drei oder vier seinen neuen Club finden und falls er es dort packt, könnte er der erste deutsche Offensivspieler werden, der in der NFL einen Touchdown erzielt. (Defensivspieler haben dies wohlgemerkt schon hin bekommen, aber nicht als Passempfänger, sondern durch einen Fumble). Wo er letztendlich landen wird? Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es die Dallas Cowboys oder die Green Bay Packers sein könnten. Dort spielt ja schließlich auch der Quarterback, der ihn in seiner zweiten Saison bei Notre Dame so erfolgreich machte. Deshone Kizer.

St. Brown würde vermutlich höher im Draft stehen, wäre Kizer noch da. Dessen Nachfolger setzte eher aufs Laufspiel, was für einen Wide Receiver natürlich immer schlecht ist. Dort wüsste er zumindest jemanden, der seine Qualitäten kennt… wenn auch nur als Backup. Denn in Green Bay regiert weiterhin kein geringerer als Aaron Rodgers. Das ist übrigens eine Sache, auf die sich jeder Fan freuen kann. In der kommenden Saison treffen die Pats auf die Packers… und Brady damit erst zum zweiten mal in seiner Karriere auf Rodgers. Ein Treffen der Giganten. Eins, dass in ein paar Jahren dann vermutlich diejenigen abhalten werden, die morgen im Draft gepickt werden.

Daher nochmals hier meine Tipps im Überblick. Wenngleich es garantiert nicht so kommt. Wenn die Browns sich treu bleiben, picken sie als erstes Baker Mayfield und erleben ihr Manziel zwei. ^^

1st Pick – Browns – Josh Rosen
2nd Pick – Giants – Bradley Chubb
3rd Pick – Jets – Baker Mayfield
4th Pick – Browns – Saquon Barkley
5th Pick – Bills – Sam Darnold
6th Pick – Colts – Quenton Nelson
7th Pick – Buccs – Derwin James
8th Pick – Bears – Mike McGlinchey
9th Pick – 49ers – Markus Davenport
10th Pick – Cardinals – Josh Allen
11th Pick – Dolhins – Vita Vea
12th Pick – Broncos – Tremane Edmunds
13th Pick – Redskins – Denzel Ward
14th Pick – Packers – Mike Hughes
15th Pick – Raiders – Roquan Smith
16th Pick – Ravens – Lamar Jackson

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