Who is Who in der NFL – Episode 4: Die AFC West

Sie hat nun offiziell begonnen, die NFL-Saison 2017. Wie üblich hat der Meister der Vorsaison das Recht auf das erste Spiel und so spielten aus europäischer Sicht ab 02:30 Uhr nachts die Patriots gegen die Kansas City Chiefs. Und es ist nicht nur die Tatsache, dass die Saison endlich los gegangen ist, weswegen ich seit mehreren Stunden wie ein dämlich grinsender Affe durch die Gegend renne. Es ist auch das Ergebnis. Die Pats haben eine üble Pleite erlebt. Zuhause gab es eine 27:42(!) Packung! Das konnte man von den Chiefs nicht gerade erwarten. So aber haben wir den ersten Teilnehmer der AFC West schon mal im Scheinwerferlicht. Und da am Sonntag ab 19 Uhr mit den Oakland Raiders der zweite Teilnehmer der AFC West zu sehen sein wird, nehme ich mir dieses Mal statt der zweiten NFC-Division nun doch schon die dritte AFC-Division vor. Also ab in den Westen.

Teamname: Kansas City Chiefs
Farben: Rot, Gold, Weiß
Stadt: Kansas City, Missouri
Spielort: Arrowhead Stadium (76.416 Plätze)
Erfolge: Sieger Superbowl 1969, 8 facher Division-Sieger

Statt mit einem Blick in die Geschichte will ich dann wirklich erst einmal auf das gestrige Spiel eingehen. Denn die Art und Weise, wie dieses Spiel ablief war wirklich erwähnenswert. Für diejenigen, die noch nicht einschätzen können, wie hoch solche Footballergebnisse einzuschätzen sind, eine solche Anzahl an Punkten würde beim Fußball etwa 6 Toren entsprechen. Und in diesem Spiel würde das 6 Tore gegen Bayern München entsprechen. Vor allem zwei Spieler haben diesem Spiel ihren Stempel aufgedrückt. Zum einen Quarterback Alex Smith mit Vier Touchdowns in einem Spiel ein echtes Ausrufezeichen gesetzt hat. Vor allem aber ist es die Geschichte von Rookie Kareem Hunt. Es war das erste pflichtspiel in der NFL überhaupt für Kareem, er wurde beim Draft in dieser Saison erst in der dritten Runde gedraftet, an Position 85. Sein erster Spielzug war auch gleich ein Fumble (was ihm in seiner College-zeit in ganzen 856 Spielversuchen nicht ein einziges mal passierte). Und dann legte er los. Drei Touchdowns, sagenhafte 239 Yard Raumgewinn. So viel Yards in seinem ersten Spiel erzielten vor ihm nur zwei Spieler. Hall of Famer Marshall Faulk sowie Heisman-Trophy-Sieger Billy Sims. Und nochmal, um es sich auf der Zunge zergehen zu lassen. Gegen dem Meister, die von Tom Brady angeführten Patriots. (Welcher übrigens nicht mal 50 % seiner Pässe an den Mann brachte).

Bei denen herrscht nun also Katerstimmung, es war nicht nur die erste Niederlage gegen die Chiefs seit 1980, seit 1984 erzielte kein Team mehr in Boston mehr als 40 Punkte. Die Serie von 82 gewonnenen Heimspielen in Folge, sofern man eine Pausenführung aufweisen konnte war auch dahin. Auch einen Rob Gronkowski bei 33 Yards zu halten ist Zeugnis dessen, was Kansas allerdings auch schon seit vielen Jahren auszeichnet. Ihnen gehört mit die beste Abwehr der Liga.

Das war allerdings nicht erst seit diesem Spiel so. Ihre bombensichere Abwehr führte sie schon 2010, 2013, 2015 und 2016 in die Playoffs. Doch die Chiefs Nation hat eine sehr merkwürdige Tradition. Sie scheinen unfähig, Playoff-Spiele zu gewinnen. 2015 gewannen sie tatsächlich das Wildcard-Spiel gegen Houston, doch das sollte bis heute der einzige Playoff-Sieg seit 1993 bleiben. Die Chiefs haben ihren letzten Superbowl 1969 gewonnen, der letzte vor der Fusionierung der beiden Divisions zur NFL. Seitdem haben sie von 19 Playoffspielen gerade mal 4 gewonnen. Und zwei davon auch noch in eben jener Saison 1993.

Vielleicht gibt es auch deswegen immer wieder eine Diskussion um Quarterback Alex Smith. Der Mann ist wirklich ein hochbegabter Quarterback. Er hat in seinen 5 Jahren in Kansas gerade mal 38 Interceptions geworfen. Sein Problem: Er ist langweilig. Höflich könnte man das eine ruhige, ausgeglichene Persönlichkeit nennen. Aber das lässt sich eben nicht so ganz gut verkaufen. Und deswegen haben viele in der Vorbereitung bereits den Rookie-Quarterback Patrick Mahomes zum neuen Kansas-Messias erkoren. Smith dürfte nach der Leistung von gestern diese Stimmen zum Schweigen gebracht haben. Offensichtlich befinden sich die Chiefs bereits jetzt in Playoff-Form.

Allein, man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben. Ihren Verteidiger-Star Eric Berry haben sie gestern wohl schon mal für längere Zeit verloren. Für andere Teams wäre das wohl eine kleinere Katastrophe. Aber Kansas hat hinten auch noch einen Derrick Johnson und einen Justin Houston drin stehen, beides Weltklasse Linebacker. Zudem haben sie in ihren Angriffsreihen mit Travis Kelce wohl einen der besten Tight Ends der ganzen Liga. Wenn nun auch noch dritt-Runden-Picks wie Kareem Hunt solche Leistungen aufs Parkett zaubern, kann das eine sehr erfolgreiche Saison werden. Man darf gespannt sein, ob sie das bis zum Ende so durchziehen können. Und vielleicht sogar mal in den Playoffs auch mal gewinnen. Aber was red ich. Es ist KC. Und es gibt einen Erzrivalen, der alles daran wird setzen wollen, die Chiefs so früh wie möglich in den Urlaub zu schicken. Es geht um das nächste Team, die Oakland Raiders.

Teamname: Oakland Raiders
Farben: Schwarz, Silber
Stadt: Oakland, Kalifornien
Spielort: O.CO Coliseum (64.200 Plätze)
Erfolge: 3maliger Superbowlsieger (1976, 1980, 1983), 4-Facher Conference-Sieger, 15-Facher Divisionsieger.

Die Rivalität mit den Chiefs hat das „Team for all Decades“ aus diversen Partien in den 70er Jahren aufgebaut. Sie sind das einzige Team, dass Meisterschaften in den 60ern, 70ern und 80ern gewonnen hat. Diese ständige Präsenz im Titelrennen sorgte dafür, dass auch in Europa das Raiders-Merchandising stets weg ging wie warme Semmeln. In der jüngeren Vergangenheit wurden die Erfolge allerdings deutlich überschaubarer. So erreichten die Raiders zwischen 2003 und 1015 nicht ein einziges mal die Playoffs. Wer also vielleicht zuhause Bilder hat, wie er mit irgendwelchen Raiders-Socken, Mützen oder T-Shirts rumrennt und keine Ahnung hat, wer eigentlich dieser Typ mit der Augenklappe und der Badekappe ist, der auf diesem grauen Logo zwei Degen auf schwarzem Grund verdeckt… Das ist ein NFL-Team. Es ist das Team, in dem einst John Madden spielte, noch heute einer der angesehensten Trainer aller Zeiten und Namensgeber des jährlich erscheinenden offiziellen NFL-Computerspiels.

Die Oakland Raiders sind übrigens auch der Grund, warum Football immer bis zur letzten Sekunde übertragen wird. Im Jahr 1968 übertrug der Fernsehsender NBC die Partie der Raiders gegen die Jets. Das Spiel ging leider etwas zu lang und damals war es nicht üblich, das Programm einfach kurzfristig abzuändern. So brach der Sender die Spielübertragung beim Stand von 29:32 für die Jets eine Minute vor Spielende ab und brachte wie geplant „Heidi kehrt Heim.“ Mit Jennifer Edwards als Heidi und Michael Redgrave als Alm-ödi. Und wenngleich Maximilian Schells Beitrag als Richard Sessemann sicher manches Heidi-Fanherz erfreut haben durfte, der Großteil der Zuschauer hätte lieber live miterlebt, wie die Raiders die Partie noch drehte und am Ende die Jets mit 43:32 nach Hause schickte. Die Situation wurde nicht besser, als das NBC ausgerechnet in dem Moment, in dem Klara ihre ersten Schritte unternimmt in Laufschrift das Endergebnis einblendete. Die Zuschauerreaktionen waren so verheerend, das später sogar Heidi-Darstellerin Jennifer Edwards dazu sagte „Auf meinem Grabstein wird stehen: Sie sorgte für einen großartigen Moment im Football.“ Aber noch lebt Jennifer Edwards ja noch.

Und auch die Hoffnungen der Raiders, endlich mal wieder den Superbowl zu gewinnen sind so hoch wie seit 2002 nicht mehr. Damals scheiterten sie erst im Finale, wenngleich überaus deutlich an den Tampa Bay Buccaneers. Doch schon im letzten Jahr hatten sie nach dieser langen Durstperiode endlich einmal wieder die Playoffs erreicht und waren ein ganz heißer Favorit, hätte sich ihr Quarterback David Carr nicht kurz vor den Playoffs den Fuß gebrochen. The Silver and Black sind seit der letzten Saison nicht schlechter geworden, im Gegenteil. Carr ist wieder fit und hat Michael Crabtree und Amari Cooper zwei überdurchschnittlich gute Wide Receiver. Jared Cook gehört ebenso zu den besseren Tight Ends der Liga, wenngleich er das in der Vorsaison bei den Packers nicht so ganz zeigen konnte. In der Abwehr sorgen Leute wie Khalil Mack oder Reggie Nelson dazu für Sicherheit. Und sogar den Kicker muss man an der Stelle erwähnen, denn seit 16 Jahren tritt dort Sebastian Janikowski das Ei. Und seine Trefferquote ist im Schnitt bei mehr als 80 %.

Doch der eigentliche Superstar des Teams ist der Runningback. Marshawn Lynch. Genannt „Beast mode“. Dieser hatte in der letzten Saison seine Karriere eigentlich schon für beendet erklärt. Zuvor ging er für die Seattle Seahawks aufs Feld und erzielte vier Saisons in Folge mehr als 1200 Yards. Mit Seattle gewann er 2013 den Superbowl und hätte das Kunststück auch fast 2014 wiederholen können. Eine schwer nachzuvollziehende Entscheidung des Trainers Pete Caroll im letzten Spielzug des Superbowls führte dazu, dass Lynch sich wohl etwas mit dem Coach überwarf, sodass er in der Folgesaison zunächst dubiose Verletzungen angab und 2016 dann seine Karriere als beendet erklärte. Via Facebook, ohne seinem Team davon groß was zu erzählen und trotz eines aktiven Vertrages. Lynch hatte schon immer so seine eigene Art mit seinem Umfeld umzugehen. Unvergessen sind seine Probleme mit den Medien. Als er eines Tages von der NFL gezwungen wurde, zu einem Q&A zu erscheinen, antwortete er konsequent auf jede einzelne Frage der Reporter „Ich bin nur hier, damit ich keine Strafe zahlen muss.“ Eben jene unstopbare Legende kehrt nun in seine Geburtsstadt zurück. Er ist in Oakland geboren worden und will zum Ende seiner Karriere unbedingt noch einmal für „seine“ Raiders spielen. Das macht ihn zu einer Mogelpackung, denn niemand weiß, wie gut Lynch nach diesen eineinhalb Jahren Pause wirklich noch ist. Aber vermutlich wird er das Feld rocken, denn auch Lynch weiß, dass die Raiders nicht mehr allzu lange da sind.

Denn aus den Oakland Raiders werden bald die Las Vegas Rangers. Für das Franchise bereits der dritte Umzug, schon 1981 zog das Team von Oakland nach Los Angeles, von dort 1994 wieder zurück nach Oakland. Ab 2019 oder 2020 heißt ihr neues Heim dann Nevada. Eigentlich undenkbar, wenn man bedenkt, dass die Fans der Raiders, die sogenannte Raider Nation mit zu den fiesesten Fans der Liga gehört. Sie sind wie die Stadt Oakland selbst. Arbeiterklasse. Bad Boys. Outlaws. Sie sind quasi die amerikanische Version von Offenbach. Bekennende Raiders Fans sind Leute wie James Hetfield von Metallica, Ice Cube oder MC Hammer. Schon die Ankündigung, dass die Raiders nach Vegas ziehen werden, hat zu enormen Fanausschreitungen geführt. Aber so ist das nun mal in der NFL. Man ist ein Franchise. Menschliche Schicksale haben hier eben keinen Platz. Das gilt sogar für so etwas Kultiges wie die Fans der Oakland Raiders.

Teamname: Los Angeles Chargers
Farben: Blau, Gold, Weiß
Stadt: Costa Mesa, Los Angeles, Kalifornien
Spielort: StubHub Center (27.000 Plätze)
Erfolge: AFL Champs 1963, Conferencesieger 1994, 14-maliger Division-Sieger.

Von dem leid eines Umzugs können auch die LA Chargers ein Liedchen singen. Die hießen in der letzten Saison noch San Diego Chargers. Aber nach 55 Jahren in San Diego war diese Stadt wohl einfach nicht mehr gut genug. Ob damit endlich mal der Erfolg bei den Chargers einzug hält, bleibt abzuwarten. In San Diego zumindest hatten sie ihn nicht wirklich. Einmal erreichten sie den Superbowl, 1994. Dieser ging ausgerechnet gegen den Lokalrivalen der San Francisco 49ers in die Hose. Aber sonst waren ihre Saisons meistens durch schlechte Entscheidungen im Management geprägt. Wie zum Beispiel im Jahr 1998, als sie ihren Nr. 1 Pick an Quarterback Ryan Leaf verschwendeten. Ein Entfant Terrible aber auch ein großes Talent. Man nannte seinen Namen in einem Atemzug mit Peyton Manning. Doch nie brachte er sein Können aufs Feld. So kam er in seiner Ganzen NFL-Karriere gerade mal auf 26 Spiele. In dem warf er 14 Touchdowns und 36 (1) Interceptions. Das Quarterback-Rating lag bei katastrophalen 50.00. Ein einem Spiel gegen Kansas erzielte Leaf sogar ein Quarterback Rating von Null. Eine auf diesem Topniveau nahezu unmögliche Negativ-Leistung. Die Medien verliehen Leaf den Titel des „größten sportlichen Flops aller Zeiten“. Und es ist kaum zu glauben, dass später mit JaMarcuss Russel ein Spieler nachkam, der Leaf diesen Titel auch noch abluchsen sollte. Zum Glück der Chargers spielte Russel aber für die Raiders.

Aber so wirklich besser erging es den Chargers nach Leaf auch nicht. In einem späteren Draft zogen die Chargers Eli Manning und tradeten ihn sofort für Philip Rivers. Eli holte mit den Giants zwei Superbowls, während Rivers heute noch in nun Los Angeles das Team leitet. Rivers ersetzte dabei Drew Brees als Quarterback, der von dort nach New Orelans wechselte und… dort den Superbowl gewann.

Wenn man diese mehr als mäßige Ergfolgsgeschichte verfolgt, verwundert es da schon, dass die Stadt San Diego mit einem Boykott aller umzugsunternehmen oder öffentlichen Merchandise-Produkt-Verbrennungen auf den Umzug nach L.A. reagierte. Aber die Bolts werden wohl erkennen müssen, dass mit einer neuen Stadt nicht automatisch der Erfolg kommt. Das aktuelle Team gibt zumindest nicht viel her. Philipp Rivers ist kein schlechter, aber mit dem Alter wird er auch nicht unbedingt besser. Die größten Talente sind Abwehrspieler wie der im Vorjahr an Nr. 3 gedraftete Joey Bosa. Der liefert tatsächlich seine Leistung ab, auch wenn er so lange um sein Gehalt feilschte, dass man fast nicht mehr daran glaubte, dass Bosa wirklich je ein Spiel für die Chargers absolvieren würde. Und auch so talentierte Blocker wie Melvin Ingram oder Russel Okung nutzen nicht viel, wenn der Quarterback keine Waffen hat, um die dadurch zusätzlich gewonnene Zeit sinnvoll einzusetzen. (Bevor nun wieder Kritik an der Formulierung kommt – natürlich ist Melvin Ingram Abwehrspieler und hat als solche andere Aufgaben als Russel Okung). So wirbt man vermutlich keine neuen Fans. Zumal das neue Stadion noch nicht fertig ist und sie so aktuell noch im Los Angeles Fußballstadion spielen müssen. Da dort nur knapp 30.000 Personen rein passen, kompensieren die Chargers das mit höheren Ticketpreisen. Tatsächlich die höchsten der ganzen Liga. Bedenkt man, dass im Schnitt so eine Eintrittskarte für nur ein Spiel um die 180 Dollar kostet, dann scheint es, als wäre das Management der Chargers auch hier vor einem langen Weg. Von daher ist es mit den Chargers vermutlich ein wenig wie mit dem VFL Bochum. Man muss schon von da kommen, um die Chargers wirklich gut zu finden. Und jetzt stelle man sich mal vor, in diesem Wissen würde der VFL Bochum nach Gelsenkirchen umziehen….

Teamname: Denver Broncos
Farben: Blau, Orange, Weiß
Stadt: Denver, Colorado
Spielort: Mile High Stadium (76.125 Plätze)
Erfolge: 3 x Superbowlsieger (1997, 1998, 2015, 8-maliger Conference-Sieger, 15-maliger Division-Sieger.

Zurück zu den erfolgreichen Mannschaften der Liga. Und da sind wir in Colorado genau richtig. Denver bringt so ziemlich alles mit, was man braucht, um ein Footballteam ganz gut zu finden. Hier spielten Quarterbacklegenden wie John Elway und Peyton Manning, sogar das Stadtion schreibt Legenden, die meiste Zeit waren die Broncos zudem so miserabel, dass sogar die Simpsons darüber Witze machten. Doch inzwischen sind sie recht regelmäßig Gast in den Playoffs. Das liegt zum einen an eben jenem Mile High Stadium. Das liegt in der Tat 1609 Meter über dem Meeresspiegel. Was bedeutet – die Luft ist dünner, die Bälle fliegen weiter… die Broncos haben gelernt, mit diesen Begebenheiten umzugehen und sind als solches recht Heimstark. Nicht einmal die großen Patriots fahren gerne ins Mile High, wie man zuletzt im Playoffhalbfinale 2015 sehen konnte, als tatsächlich ein vergebenes Fieldgoal zum zweiten Einzug der Broncos in den Superbowl in drei Jahren führte. In der Tat fliegen durch die dünnere Luft auch Footbälle etwas anders. Ein Fakt, den Broncos-Kicker gewohnt sind. Andere… nicht so.

Ebenfalls Atemberaubend ist bei den Broncos die Abwehr. Um nicht zu sagen begeisternd gut. Das zeigte sich vor allem beim Superbowl 2015. Es war das letzte Jahr von Peyton Manning. Und er war schon die ganze Saison über grottig. So grottig, dass er zur Mitte der Saison „gebencht“ wurde, wie man das wechseln des Starting Quarterbacks im Fachjargon nennt. Nicht nur das, sie haben ihn durch Brock Osweiler ersetzt. BROCK OSWEILER!!! In den Playoffs haben sie sich dann wieder an die alternde Legende erinnert und ihn spielen lassen. Doch er war weiterhin nicht gut. Selbst im Superbowl gegen die Angriffsmacht der Carolina Panthers um Superstar Cam Newton gelang ihm nur ein Touchdown. Aber… es war egal. Hinten standen Leute wie Von Miller DeMarcus Ware und die als No Fly Zone bekannt gewordene Secondary. Gegner für Gegner verzweifelte an der Passverteidigung der Broncos. Denver gewann mit 24:10 die letzte Partie der Saison und kehrte als Superbowlchamp nach Hause. Keine Selbstverständlichkeit. Nicht nur war Carolina haushoher Favorit , nur zwei Jahre zuvor standen die Broncos schon einmal im Superbowl und wurden von Seattle mit 43:8 geradezu gedemütigt. Offensichtlich hatte das Team diese Schmach ganz gut verkraftet.

Seitdem hat sich bei den Broncos viel getan. Die Abwehr ist immer noch überdurchschnittlich gut. Dennoch sind viele alternde Spieler inzwischen in ihrem wohlverdienten Ruhestand oder wurden für die dringend notwendige Verjüngung des Teams gecuttet. Der letztjährige erste Draftpick, Quarterback Paxton Lynch zündet nicht richtig, während der ebenfalls noch sehr grüne Trevor Siemian aktuell einen sehr guten Job macht. Aber in Denver tritt man eben in die Fußspuren eines John Elway. Das ist eine Bürde, denn von einem Quarterback in Denver erwartet man eben irgendwie doch, dass sie so gut sein müssen wie John Elway es war. Zumal John Elway inzwischen der Clubmanager ist. Die Wide Receiver, um mit guten Pässen was ordentliches zu machen, haben sie. Demaryus Thomas hat in den letzten fünf Saisons immer mehr als 1000 Yards erzielt, auch Emmanuel Sanders kann in den drei Jahren, die er nun für Denver spielt diese Quote aufweisen. Aber ein Laufspiel findet in Denver aktuell nicht erwähnenswert statt. Und auch in der Abwehr gibt es viele junge Gesichter. Vonn Miller und DeMarcus Ware sind ihnen geblieben und die Cornerback Aqip Talib und Chris Harris sind auch weiterhin ein Schrecken seiner Gegner. Aber schon 2016 verpasste man mit 8 Siegen und 8 Niederlagen die Playoffs. Viele ihrer Greenhorns im Team mögen nun etwas erfahrener sein, sodass die Broncos sicher eine gute Runde spielen werden. Aber die Konkurrenz in der Division schläft nicht. Außer vielleicht bei den Chargers. Solange sie aber den zurück geholten Brock Osweiler auf der Bank lassen, wird sicher nichts peinliches passieren. Zumindest nicht in der Abwehr.

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